Mädels fliegen lassen

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    • Mädels fliegen lassen

      So, nachdem hier Platz geschaffen wurde für Technik und Tutorials, will ich hier auch gleich mal den Anfang machen, und euch zeigen,
      wie man ganz einfach Mädels fliegen lassen kann :)

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      Hier also mal ein kleines Making Of mit Tutorial zu einem netten Levitationseffekt, der relativ einfach umzusetzen ist.

      Die Technik lässt sich natürlich nicht nur verwenden, um Mädels fliegen zu lassen. Eurer Fantasie sind da keine Grenzen
      gesetzt. Schon mit einer einfachen digitalen Kompaktkamera sind solche Fotos problemlos machbar.

      Was ihr neben der passenden Idee und einem netten Model benötigt, ist ein Stativ. Denn um den Hintergrund
      von der „Fliegehilfe“ freizustellen, braucht ihr ein passgenau gleiches Bild vom Hintergrund, ohne das Model und die Leiter.

      Statt einer Leiter ist hier natürlich auch ein Klappstuhl, Tisch oder ähnliches brauchbar. Sollte halt
      transportabel und ausreichend stabil sein. Ihr müsst beim Fotografieren nur darauf achten, daß keine Teile des Vordergrundes,
      also des Models oder was immer ihr fliegen lassen wollt, von eurer Fliegehilfe, etwa einer Stuhllehne, verdeckt werden

      Als Software ist jedes Bildbearbeitungsprogramm geeignet, mit welcher sich Layer einfügen und bearbeiten lassen.
      Das muss nicht das teure Photoshop sein, ich verwende Paintshop Pro, aber z.B. auch das kostenlose Gimp bietet die Möglichkeit,
      mit Layertechniken zu arbeiten.

      Meine Idee war, das Model mit einem Schirm in der Hand vom Wind wegpusten zu lassen. Geeignet ist hier jeder Hintergrund,
      der sich während der Fotosession nicht allzusehr verändert. Große Blätter im Wind, schnell ziehende Wolken oder wegfahrende
      Autos sind hier eher ungeeignet.

      Vorbereitung:

      Zunächst stellt ihr euer Stativ mit der Kamera so auf, daß ihr den gewählten Hintergrundausschnitt wie gewünscht im Bild habt.
      Zur besseren Übersicht ist es vorteilhaft, schon jetzt das Model mit der Leiter probeweise im Bild zu plazieren.

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      Wenn ihr den geeigneten Bildausschnitt gefunden habt, dürft ihr natürlich den Zoom nicht mehr verstellen,
      bei offeneren Blenden ist es auch sinnvoll, den Autofokus abzuschalten, nachdem ihr auf das Model scharfgestellt habt.
      Sonst habt ihr nachher ein Bild mit Fokus auf dem Model, und ein zweites mit Fokus auf dem Hintergrund.

      [Blockierte Grafik: http://deprofi.de/forum/Tut_3_thumb.jpg]

      Aufpassen, daß euch niemand ans Stativ latscht, das kann in einer betriebsamen Fußgängerzone nerfig werden.
      Praktisch ist auch ein Assistent, der nicht nur dem Mädel auf die Leiter hilft (kann mit High Heels nötig werden!), mit dem
      Reflektor die Schatten aufhellt oder Wind in die Haare fächelt, sondern auch rücksichtslose Autofahrer verjagt, die sich frech
      zwischen Model und Kamera ins Halteverbot stellen wollen.

      Mein Licht mache ich mit dem Freelander gerne selbst, aber ein Reflektor genügt in den meisten Fällen.
      Bei leicht bedecktem Himmel ist aber oft auch dieser nicht zwingend erforderlich. Nachdem die Belichtung und falls erforderlich,
      die Beleuchtung eingestellt und eingemessen ist, kommen wir zu den

      Aufnahmen:

      Da die Fliegehilfe ja schon mal da steht, beginne ich mit den Aufnahmen mit Model. Hier ist es meist
      ziemlich spassig, verschiedene Posen auszuprobieren. Für die Fliegebilder zähle ich „3,2,1“ rückwärts, gefolgt vom Kommando
      „flieg!“, worauf das Model kurz die vorher abgesprochene Position einnimmt. In diesem Fall also Arm und Bein abspreizt,
      und den Schirm hoch hält, als wäre er vom Wind erfasst worden. So wirkt die Pose dynamischer, und lange auf einem Fuß auf
      der Leiter steht ohnehin niemand gerne :)

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      Hier mache ich dann locker mal 20 oder 30 Aufnahmen, wechsle dabei den Schirm gegen Schmetterlinge oder
      Luftballons, die das Model in die Luft heben, usw.

      Die Kamera sollte dabei möglichst nicht berührt werden, damit sich der Bildausschnitt nicht verstellt.
      Ein Kabel- oder Funkauslöser sind hier zweckmäßig. Bei vorsichtigem Hantieren am Kameraauslöser ist das natürlich aber
      auch ohne Fernauslöser machbar.

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      Abschluss.

      Zum Schluss räume ich das Model und die Leiter aus dem Bild, und mache bei unveränderter Kameraeinstellung ein, zwei
      Bilder vom Hintergrund. Jetzt ist Zeit mit Model und Assi ein Eis essen zu gehen :)

      Bearbeitung:

      Das Bild vom Hintergrund lade ich in mein Bildbearbeitungsprogramm, und lege ein Bild vom Model als
      zweiten Layer deckungsgleich drüber.

      Jetzt wähle ich aus der Werkzeugpalette den Löschpinsel, und lösche störende Bildteile im Vordergrund einfach weg.
      Hier wird jetzt der deckungsgleiche Hintergrund sichtbar, und die Leiter verschwindet.

      Je nach Komplexität der Bildelemente kann die Größe des Löschpinsels und dessen Randschärfe angepasst werden.
      Zuviel weggelöschte Bildteile lassen sich per rechter Maustaste auch einfach wieder zurückmalen.

      Abschließend die Layer zu einer Ebene zusammenfassen, und das Bild wie gewünscht fertig bearbeiten.

      Die exakten Arbeitsschritte bei der Layerbearbeitung sind von Programm zu Programm etwas unterschiedlich,
      daher möchte ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen. In der Hilfefunktion eures Programmes solltet ihr
      aber fündig werden, sofern ihr ein Problem habt.
      Zum Ausprobieren dürft ihr gerne die beiden letzten Bilder (Vordergrund und Hintergrundbild) verwenden,
      aber bitte nicht veröffentlichen.

      Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an mein geduldiges Model Ronja für den witzigen Nachmittag und
      meinem Assi „Conan“ Andy, für die umfangreiche Hilfe beim Schleppen und am Set. :D

      Euch viel Spass beim Nachmachen! Und wenn irgendwas unklar ist, könnt ihr ja gerne hier nachfragen.

      Greetz^^
      Claus

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von fusselkopp ()

    • Zuerst einmal vielen Dank für das erste Tutorial dieser Art im Forum! 8o
      Sehr professionell und angenehm gemacht, eine Freude zum Lesen und es erweckt Begierde es auch zu machen!

      Derartiges vor einem bergigen Hintergrund sieht übrigens auch grandios aus (Berge bewegen sich nicht so schnell ;) )
      Etwas möchte ich noch für die Photoshopper hinzufügen:

      Bearbeitung bei Adobe Photoshop:
      In Photoshop fügt man üblicherweise in der darüberliegenden Ebene (also in diesem Fall das Foto mit dem Flugobjekt :D ) eine sogenannte Maske hinzu, das ist rechts unten das Zeichen mit einem runden Loch in der Mitte.
      In diese Maske malt man dann mit einem schwarzen Pinsel oder wenn es so klar und grob ist auch mit dem Zauberstab oder sonst einem Auswahlwerkzeug schwarz darüber - so wird das Bild unter der Maske verdeckt und das drunterliegende Bild kommt zum Vorschein.
      Das hat den Vorteil gegenüber dem Wegradieren dass man deutlich mehr Möglichkeiten zur Steuerung und Umsetzung hat, sowohl was das Grobe als auch das Feine betrifft.

      LG Gundahar
      Man lernt nie aus. ;-)
      Fotograf aus Wien
    • Gundahar schrieb:

      Bearbeitung bei Adobe Photoshop:

      Das ist natürlich die professionellere Methode. Wer das teure Photoshop zur Verfügung hat, und schon etwas Erfahrung mit EBV, wird das natürlich so machen.
      Mir ging es aber vor Allem darum, zu zeigen, daß ganz so viel Aufwand noch nicht mal nötig ist, und sogar eine billige Kompaktknipse, ein kleines Stativ und kostenlose Bildbearbeitungssoftware schon ausreichen, um so ein Bild umzusetzen. Mit einem Stativadapter fürs Handy oder Eierfon dürfte das sogar damit schon möglich sein :)

      Derartiges vor einem bergigen Hintergrund sieht übrigens auch grandios aus (Berge bewegen sich nicht so schnell )

      +1 t2009

      Greetz^^
      Claus
      ein gutes Bild entsteht zunächst im Kopf, und nicht erst auf dem Sensor
      Moderative Beiträge in grüner Farbe, alles andere ist meine private Meinung.
      Meine Meinung ist auch nicht die einzig Wahre, nur eine Sammlung meiner Erfahrungen!

      deprofi.de/
    • fusselkopp schrieb:


      Mir ging es aber vor Allem darum, zu zeigen, daß ganz so viel Aufwand noch nicht mal nötig ist, und sogar eine billige Kompaktknipse, ein kleines Stativ und kostenlose Bildbearbeitungssoftware schon ausreichen, um so ein Bild umzusetzen.

      Das ist auch besonders wichtig und gut so :thumbup:
      reue mich schon auf dein nächstes Tutorial :D

      LG Gundahar
      Man lernt nie aus. ;-)
      Fotograf aus Wien
    • fusselkopp schrieb:

      Praktisch ist auch ein Assistent, der nicht nur dem Mädel auf die Leiter hilft (kann mit High Heels nötig werden!), mit dem
      Reflektor die Schatten aufhellt oder Wind in die Haare fächelt, sondern auch rücksichtslose Autofahrer verjagt, die sich frech
      zwischen Model und Kamera ins Halteverbot stellen wollen.


      Ich musste leicht schmunzeln als ich das gelesehn habe

      fusselkopp schrieb:

      Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an mein geduldiges Model Ronja für den witzigen Nachmittag und
      meinem Assi „Conan“ Andy, für die umfangreiche Hilfe beim Schleppen und am Set.


      Vielen Dank für die Erwähnung, nur was meinst du mir Conan?
    • Mit "Conan" meinte ich Deinen heldenhaften Einsatz gegenüber den ferfickten Autofahrern, die sich mitten im Shoot rücksichtzlos zwischen Kamera und Model ins Halteverbot stellen wollten, nur um mal eben um die Ecke kurz einkaufen zu gehen. Wollte Dich jetzt nicht gleich als "Terminator" titulieren. Hast ja niemand die Kotflügel rausreißen müssen :D :D

      Übrigens - herzlich willkommen hier im Forum!

      Greetz^^
      Claus

      Btw. alles klar wegen Samsag? Darfst gerne ne Schachtel "Byr" mitbringen!
      ein gutes Bild entsteht zunächst im Kopf, und nicht erst auf dem Sensor
      Moderative Beiträge in grüner Farbe, alles andere ist meine private Meinung.
      Meine Meinung ist auch nicht die einzig Wahre, nur eine Sammlung meiner Erfahrungen!

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