Slaveblitz per Infrarotlicht auslösen

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    • Slaveblitz per Infrarotlicht auslösen

      Nicht jeder hat ein Funkauslöserset oder ein Synchronkabel zum Auslösen
      des entfesselt aufgestellten externen Blitzes zur Verfügung.

      Wie z.B. in meinem Tutorial „Rauch fotografieren“ beschrieben, lässt
      sich ein Blitz mit eingebauter oder angesteckter Slave-Zelle auch
      bequem vom Kamerablitz auslösen. Je nach Bildidee kann das direkte
      Licht vom eingebauten Blitz der Kamera aber die gewünschte
      Ausleuchtung (zer)stören.

      [Wichtig! Die meisten Kameras schicken vor dem eigentlichen Blitz vor der
      Aufnahme einen Messblitz aus. Ihr braucht in diesem Fall eine
      Slave-Zelle oder einen Slavefähigen Blitz mit Vorblitzerkennung.]


      Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, das direkte Licht im Bild
      abzuschwächen oder zu vermeiden.

      Die einfachste ist, das Licht der Klappfunzel per Alufolie an die Wand
      oder an die Decke umzulenken. Komplett unsichtbar wird das umgelenkte
      Licht damit im Bild aber nicht. Es muss ja soviel vom Blitzlicht
      übrig bleiben, daß die Slavezelle den Kamerablitz noch sicher
      erkennt. Je nach Position des externen Blitzes sieht dieser den
      Kamerablitz dann auch nicht mehr.

      Doch Abhilfe ist einfach!

      Die Slavezellen reagieren nämlich nicht auf sichtbaren Anteil des
      Blitzlichtes, sondern auf das für unsere Augen, die meisten Filme
      und den digitalen Kamerasensor weitgehend unsichtbare Infrarotlicht.
      Von diesem ist im Lichtspektrum des Blitzlichtes aber reichlich
      vorhanden. Das merkt ihr z.B., wenn ihr mal die Hand vor euren Blitz
      haltet, und auslöst. Wird spürbar warm. Die Wärme, die ihr fühlt,
      ist der infrarote Lichtanteil.

      Was liegt also näher, als den sichtbaren Anteil des Lichtes vom
      Kamerablitz einfach auszuschließen?

      Dazu braucht ihr einen Infrarotdurchlassfilter. Also ein Filter, welches
      das sichtbare Licht weitgehend sperrt, und den infraroten Anteil
      ungehindert durchlässt.

      Zu diesem Zweck gibt es Fertiglösungen zu kaufen. Etwa den Nikon
      SG-3IR. Der wird einfach im Blitzschuh über der Klappfunzel
      aufgesteckt, und filtert so zuverlässig das sichtbare Licht aus.

      Nachteil:
      Kostet Geld, und passt natürlich nur auf Kameras mit Klappblitz
      unter dem Blitzschuh.

      Billiger und flexibler ist einfache IR-Filterfolie. Diese lässt sich per
      Klebeband einfach vor jedem Blitz anbringen, also auch vor dem
      eingebauten Blitz einer Kompaktkamera.

      Infrarot-Blitzfilter.jpg

      Doch woher eine solche Filterfolie nehmen?

      Wer schon mal analoge Dias fotografiert hat, der hat bestimmt schon mal
      den unbelichteten Filmanfang, oder ein unbelichtetes Dia übrig
      gehabt. Unbelichteter Diafilm ist nach der Entwicklung nahezu
      schwarz, lässt aber Infrarotlicht gut durch. Das ist vom Hersteller
      so gewollt, damit sich die dunklen Flächen im Dia bei der Projektion
      mit dem Diaprojektor nicht unnötig aufheizen. Ideal als
      Infrarotdurchlässiger Filter also.

      So ein Stück entwickeltes schwarzes Diafilmmaterial lässt sich leicht
      zuschneiden, und vor dem Kamerablitz befestigen.

      Natürlich könnt ihr auch einen kompletten unbelichteten Diafilm zur
      Entwicklung bringen. Gelegentlich bekommt man sogar mal einen
      abgelaufenen Diafilm beim Fotofachgeschäft, einem Fotografen oder im
      Drogeriemarkt für Umme, wenn man freundlich fragt. Steckt den
      unbelichteten Diafilm in die Auftragstüte eures Entwicklungslabors
      oder Drogeriemarktes, und vermerkt auf der Tüte gut lesbar „Film
      unbelichtet – bitte nicht schneiden“ und kreuzt „Diafilm“ und
      „nur Entwicklung“ an. Dann bekommt ihr für etwa 2€ einen ca
      1,36m langen schwarzen Filmsteifen zurück, aus dem ihr euch
      reichlich Infrarotfilter schneiden könnt.

      Achtung! Mit analogem Schwarzweißfilm und Farbfilm funktioniert das nicht!

      Viel Spaß und Erfolg beim Nachmachen :)
    • Ich hab mir für meine Pentax K-30 mal so einen Filter zum Aufstecken angeschaut... Preis: 39€

      Dann einen Funkauslöser gesucht, Preis: 16€ mit zwei Empfängern.

      Also zumindest bei Pentax muss man schon gut schaun...
      das mit dem Film ist eine interessabte Idee!
      Hab glaube ich so etwas noch irgendwo über, werd das mal probieren :)

      LG Gundahar
      Man lernt nie aus. ;-)
      Fotograf aus Wien
    • Gundahar schrieb:

      Dann einen Funkauslöser gesucht, Preis: 16€ mit zwei Empfängern.


      Das war echt günstig! Taugen die was? Kriterien sind v.A. Reichweite, Störsicherheit, und Verzögerung. Zu dem Zweck nehme ich gerne die Yognuos, die sind superflott, und ermöglichen Synchronzeiten von 1/250s. Was vor Allem im Freien von Vorteil ist, wenn Du mit den Blitzen gegen die Sonne anstinken musst.

      Die Infrarotgeschichte ist vor Allem dann interessant, wenn die Kamera, wie bei vielen Kompakten, keinen Blitzschuh oder eine Synchronbuchse hat. Mit dem IR-Filter lassen sich so auch von Kameras ohne Anschlussmöglichkeit für den externen Blitz oder Funkauslöser problemlos entfesselt geblitzte Fotos machen. Das funzt trotz der oft erbärmlich schwachen Einbaufunzeln im Nahbereich sogar noch gut im Freien, etwa für schön beleuchtete Makrofotos.

      Besitzer einer DSLR mit Blitzschuh oder Synchronanschluss sind da natürlich fein raus. Funke drauf oder Kabel dran, und feddisch. Mir geht es hier aber darum, zu zeigen, daß man auch ohne sündhaft teures, professionelle Equipment mit dem vorhandenen Krempel, etwas Hirn, und Basteleinsatz ohne viel Geld ähnlich anspruchsvolle Aufgaben lösen kann.

      So mache ich gelegentlich Anfängerkurse für Digitalfotografen, und stelle zu diesem Zweck gern die kleinen Sonys zur Verfügung. Von denen hab ich 8 Stück, dadurch muss ich mich bei den Teilnehmern nicht extra durch 20 unterschiedliche Kameramenues wurschteln, um den Leutz was zu zeigen. Die sind dann aber regelmäßig überrascht, was alles schon mit einer so kleinen Kompakten möglich ist, wenn man weiß, wies geht, und sind dann auch schnell weg vom "Grünen Kästchen" (Oma-Modus) an der DSLR :)
      ein gutes Bild entsteht zunächst im Kopf, und nicht erst auf dem Sensor
      Moderative Beiträge in grüner Farbe, alles andere ist meine private Meinung.
      Meine Meinung ist auch nicht die einzig Wahre, nur eine Sammlung meiner Erfahrungen!

      deprofi.de/
    • fusselkopp schrieb:

      Das war echt günstig! Taugen die was? Kriterien sind v.A. Reichweite, Störsicherheit, und Verzögerung. Zu dem Zweck nehme ich gerne die Yognuos, die sind superflott, und ermöglichen Synchronzeiten von 1/250s. Was vor Allem im Freien von Vorteil ist, wenn Du mit den Blitzen gegen die Sonne anstinken musst.


      Naja eh ist annehmbar...
      Bei dem den ich hab kann man bis zu 1/160s, die Reichweite hingegen ist in Ordnung, habe mal ca 20 Meter entfernt geblitzt und alles funktionierte gut.

      Was die Reichweite beim "Infrarotblitzen" betrifft hab ich da ganz andere Erfahrungen gemacht: in einem größeren Raum aauf der anderen Seite, also ca. 10 Meter entfernt funkt das bei mir schon nicht mehr so fix.

      LG Gundahar
      Man lernt nie aus. ;-)
      Fotograf aus Wien
    • Gundahar schrieb:

      Was die Reichweite beim "Infrarotblitzen" betrifft hab ich da ganz andere Erfahrungen gemacht: in einem größeren Raum aauf der anderen Seite, also ca. 10 Meter entfernt funkt das bei mir schon nicht mehr so fix.

      10m mit dem internen Winzblitz der Kompakten (LZ 10 oder 12...) sind natürlich schon ein Problem, selbst wenn die Slavezelle des Externen den Infrarotblitz direkt sieht. Wenn der Slave aber auf solche Entfernungen nur noch von den Wänden reflektiertes IR-Licht bekommt, dann reicht das natürlich gar nicht mehr. Meist lässt sich aber die Slavezelle unabhängig vom Blitzkopf so ausrichten, daß sie direkt zum IR-Blitz schaut. Gerade mit dem Filter vor dem Blitzelchen der Kompakten dreht dieser ja voll auf Anschlag auf, weil die TTL-Messung in der Kamera den Blitz auch kaum noch wahrnimmt.
      ein gutes Bild entsteht zunächst im Kopf, und nicht erst auf dem Sensor
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