Bilder publizieren

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    • Bilder publizieren

      Hallo zusammen,

      ich habe mal ein wenig recherchiert und zum Thema Bilder veröffentlichen etwas sehr gutes gefunden.
      Leider ist das ein Thema einer jeden Community da jeder ein anderes Wissen dazu hat. Um dieser lästigen und nur Ärger bringenden Diskussion vorzubeugen veröffentliche ich hier jetzt so etwas wie einen Leitfaden zu diesem Thema.


      Bilder publizieren: 6 Tipps, Ärger mit Fotos zu vermeiden

      Fotos beleben Ihre Werbemittel und Internet-Seiten. Sie sind oft entscheidend dafür, ob ein Kunde sich für Ihr Angebot interessiert. Aber welche Fotos dürfen Sie überhaupt veröffentlichen? Ist das Kopieren und Einfügen einer im Internet gefundenen Abbildung erlaubt? Dürfen Sie ein Markenprodukt für Ihr Werbefaltblatt fotografieren?

      FotografUnd was sagt eigentlich Ihr Kunde dazu, wenn Sie ihn bei Ihrem „Tag der offenen Tür“ fotografieren und das Bild an die örtliche Presse weitergeben?

      Mit derartigen Fragen wird sich jeder private oder kommerzielle Anbieter von Internetseiten irgendwann befassen müssen, wenn er seine Homepage bebildern will. Schließlich will man sich nicht unnötig Ärger einfangen, wenn man ein paar Bilder auf die Homepage stellt.

      Lesen Sie deshalb die folgenden Tipps aus dem Handbuch für Selbstständige und Unternehmer, um sich teure Abmahnungen und Schadenersatz-Forderungen zu ersparen.

      (Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel liefert nur allgemeine Anregungen, auf die Sie achten können. Die Themen "Urheberrecht" und "Nutzungsrecht" sind bei Bildern nicht trivial. Daher unser Rat: Wenn Sie im konkreten Einzelfall sicher gehen wollen, dass Ihr Vorgehen rechtlich in Ordnung ist, suchen Sie immer den Rat eines professionellen Anwalts!)

      Tipp 1: Fremde Bilder nie ohne Nutzungserlaubnis verwenden

      Es ist ganz leicht, an gute Fotos zu kommen: Sie suchen sie im Internet, klicken sie an und fügen sie mit „copy & paste“ in Ihre Vorlage ein. So bebildern Sie Ihre Internet-Seiten und Werbemittel, ohne dass es einen einzigen Cent kostet – denken Sie? Falsch!

      Solches Vorgehen kann sogar extrem teuer für Sie werden. Jedes Foto unterliegt dem Urheberschutz nach dem Urheberrechtgesetz (UrhG) – unabhängig davon, ob es einen Copyright-Vermerk trägt.

      * Hat es eine bestimmte „Schöpfungstiefe“, ist es als Lichtbildwerk bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers geschützt (§ 64 UrhG).
      * Ist es „nur“ eine Abbildung, die jeder knipsen könnte, gilt der Schutz immerhin bis 50 Jahre nach dem Tod des Urhebers (§ 72 Abs. 3 UrhG).

      Nur sehr alte Fotos dürfen Sie also frei nutzen – was sich in der Praxis aber selten anbieten wird.

      Geschützte Fotos dürfen Sie ohne Einwilligung des Urhebers oder seiner Erben nicht verwenden. Das gilt auch dann, wenn Sie ein Foto geringfügig bearbeiten, das ursprüngliche Bild aber noch klar zu erkennen ist (§ 23 UrhG). Nur durch eine starke Verfremdung machen Sie daraus ein neues Werk, für das Sie dann selbst der Urheber sind (§ 24 UrhG).

      Wenn Sie also ein fremdes Foto finden, das Sie unbedingt verwenden möchten, fragen Sie den Urheber – schriftlich – um Erlaubnis. Lesen Sie die Bedingungen, die Sie dabei genannt bekommen, genau. Bestimmte Verwendungsarten können im Nutzungsrecht ausgeschlossen sein (z. B. „erlaubt wird die private, nicht die gewerbliche Nutzung“ – dann dürfen Sie das Foto in der Werbung oder Pressearbeit nicht verwenden!).

      Verstöße gegen das Urheberrecht sind häufig – da müssen Sie sich nur einmal in bekannten Internet-Auktionshäusern umschauen. Wegen der Masse der Fälle werden sie auch gewiss nicht alle verfolgt. Sie müssen aber damit rechnen, belangt zu werden, wenn Sie Fotos ohne Nutzungsrecht veröffentlichen (das gilt übrigens gleichermaßen für andere urheberrechtlich geschützte Werke wie Abbildungen, Skizzen, Straßenkarten sowie Texte).

      Die Folgen sind dann sehr unangenehm: Der Urheber hat einen Beseitigungsanspruch gegen Sie. Er kann z. B. verlangen, dass Sie das Bild aus dem Internet entfernen oder die Werbemittel, die es ziert, einstampfen.

      Erlaubnis für Veröffentlichung einholenDamit Sie die künftige Verbreitung unterlassen, wird er Ihre Unterschrift unter eine „strafbewehrte Unterlassungserklärung“ fordern. Weigern Sie sich, kann die Sache vor Gericht landen; unterschreiben Sie und halten sich nicht daran, haben Sie die vereinbarte Vertragsstrafe zu zahlen (und Sie können sich sicher sein, dass man Sie deshalb im Auge behalten wird).

      Der Urheber kann für die unerlaubte Nutzung zudem Schadenersatz verlangen. Bei Fotos wird der üblicherweise danach berechnet, welches Honorar für eine Nutzungserlaubnis angemessen gewesen wäre. Als Richtwert dienen z. B. die Sätze der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing (MFM), die nach Art des Bildes und der Dauer/Häufigkeit der Verwendung mehrere Hundert Euro erreichen.

      Hinzu kommt gegebenenfalls noch „Schmerzensgeld“. Schließlich wird der Urheber die Abmahnung, in der er all das von Ihnen fordert, einem Anwalt überlassen – dessen Kosten Sie dann auch noch zu tragen haben. Wer mit Vorsatz und in großem Stil gegen Urheberrechte verstößt, dem drohen sogar strafrechtliche Konsequenzen (Geld- oder Freiheitsstrafe).

      Tipp 2: Sichern Sie sich Ihre Rechte, wenn Sie Fotos einkaufen

      In vielen Fällen wird ein Urheber gern und ohne Honorar damit einverstanden sein, dass Sie sein Foto verwenden. Manchmal müssen Sie aber die Nutzungsrechte für Fotos kaufen, etwa von Datenbanken und Agenturen. Oder Sie beauftragen selbst einen Fotografen, Ihren Betrieb, Ihr Angebot und Ihre Mitarbeiter in Aktion abzulichten.

      Im Fall des von Ihnen beauftragten Fotografen sollten Sie sich ein ausschließliches Nutzungsrecht an den Fotos einräumen lassen. Nur damit stellen Sie sicher, dass er sie nicht auch noch anderweitig verwenden darf.

      Achten Sie zudem darauf, dass das Nutzungsrecht für alle von Ihnen bezweckten Verwendungsarten gilt. Sonst kann es passieren, dass Sie die gekauften Fotos zwar in Ihrem Werbeprospekt, aber später nicht auf Ihrer Internet-Seite veröffentlichen dürfen, von der im Rahmen des Auftrags an den Fotografen nicht die Rede war.

      Nutzungsrecht-Musterformulierung aus dem Handbuch für Selbstständige und Unternehmer:

      "Der Urheber räumt dem Auftraggeber ein ausschließliches Nutzungsrecht der im Rahmen des Auftrags vom ... gefertigten Fotos ein. Der Auftraggeber darf diese Fotos ohne örtliche, zeitliche oder auflagenmäßige Beschränkung sowie in allen Medien (z. B. Prospekte, CD-ROMs, Internet oder auf Warenverpackungen, Fahrzeugen etc.) gewerblich verwenden oder weiterveräußern."

      Kaufen Sie Bilder von Agenturen oder anderen Mittlern, können Sie sich nicht sicher sein, dass der Urheber mit der Veräußerung der Nutzungsrechte einverstanden ist. Sie sollten deshalb immer eine Vereinbarung aufsetzen, aus der Ihre Nutzungsrechte hervorgehen und nach der Ihr Lieferant für Verstöße gegen Urheberrechte haftet.

      Nutzungsrecht-/Haftungs-Musterformulierung aus dem Handbuch für Selbstständige und Unternehmer:

      "Der Vertragspartner garantiert, dass sämtliche Fotos frei von Rechten Dritter sind und der Empfänger sie ohne örtliche, zeitliche oder auflagenmäßige Beschränkung sowie in allen Medien (z. B. Prospekte, CD-Rom, Internet oder auf Warenverpackungen, Fahrzeugen etc.) gewerblich verwenden oder weiterveräußern darf.

      Der Vertragspartner wird den Empfänger von sämtlichen Ansprüchen freistellen und im Verletzungsfall Schadenersatz leisten, zu dem auch die notwendigen Kosten der rechtlichen Beratung und Rechtsverteidigung gehören."

      Tipp 3: Von selbst geschossenen Fotos nur Ausschnitte verbreiten

      BildausschnittWollen Sie sich gar nicht erst mit fremden Urhebern „herumschlagen“, liegt der Gedanke nahe, selbst zur Digitalkamera zu greifen. Das ist gerade bei einem geringen Werbebudget keine schlechte Lösung.

      Mit der heutigen Technik gelingen gute Fotos relativ leicht. Es empfiehlt sich, dass Sie von eigenen Fotos immer nur einen Ausschnitt veröffentlichen.

      Mit dem ganzen Foto können Sie dann im Streitfall leicht beweisen, dass das Foto wirklich von Ihnen stammt. Dann kann Ihnen niemand Ihre Rechte daran streitig machen.

      (Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie komplette Fotomotive im Internet veröffentlichen wollen, können Sie diese über ein Bildbearbeitungsprogramm auch als JPEG oder GIF komprimieren und verkleinern. So behalten Sie ebenfalls das Original mit der höchsten Auflösung und Bildgröße als Nachweis der Urheberschaft.)

      Tipp 4: Wollen Sie ein Produkt verkaufen, dürfen Sie es für Ihre Werbung fotografieren

      Ärger droht Ihnen bei selbst geschossenen Fotos, wenn der Gegenstand – das Motiv – Ihres Fotos geschützt ist. Urheberrechte bestehen z. B. auch an besonderen Gestaltungen (Produktform oder -verpackung, CD-Cover, Buchumschlag). Fotos von solchen Werken dürfen Sie nicht erlaubnisfrei verbreiten, weil Sie damit das Werk an sich verwerten würden.

      Zum Glück gibt es von dieser Regel eine wichtige Ausnahme: Wollen Sie Ihr eigenes Foto eines geschützten Produkts veröffentlichen, weil Sie das Produkt verkaufen möchten, dürfen Sie das. Das ergibt sich aus einem BGH-Grundsatzurteil (4.5.2000, Az. I ZR 256/97).

      Danach ist es zulässig, dass (Weiter-)Verkäufer, die zu Verkaufszwecken in Verkehr gebrachte Waren abbilden. Sonst könnten Hersteller den Warenverkehr steuern, indem sie Abbildungen ihrer Ware nur gegen Lizenz gestatten – den Handel mit gebrauchten Waren würde das fast unmöglich machen. Dieses BGH-Urteil ist nach herrschender Meinung nicht nur auf Fotos in schriftlichem Werbematerial anzuwenden, sondern auch auf solche im Internet.

      Das heißt im Klartext:

      Einen urheberrechtlich geschützten Parfümflakon von Dior (um den es in dem BGH-Urteil ging), den Sie verkaufen wollen, dürfen Sie zu Werbezwecken fotografieren und das Foto z. B. in Ihrem Internet-Shop veröffentlichen.

      Nutzen Sie das Parfümflakon-Foto aber als Motiv für ein Kalenderblatt und damit als Kunstobjekt, ist das nicht erlaubnisfrei. Mit der Verbreitung des Kalenders können Sie sich dann gehörigen Ärger einhandeln.

      Tipp 5: Von fremden Gebäuden nur Außenansichten ablichten

      Es ist Ihnen nach § 59 UrhG durchaus erlaubt, geschützte Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, zu fotografieren: Außenansichten von Gebäuden, einen Springbrunnen oder ein Denkmal. Solche Fotos können Sie zu Werbezwecken verwenden, ins Internet stellen – ja sogar gewerblich verkaufen. Für Fotos geschützter Werke in Innenräumen brauchen Sie hingegen stets eine Erlaubnis des Rechteinhabers.

      Hier bei ist ganz wichtig: Grenzen beachten!

      Ein Unternehmer verkauft Reisen nach Berlin. Er darf die Außenansichten der Sehenswürdigkeiten der Stadt für seinen Prospekt ablichten, kann sogar Privathäuser und deren schöne Vorgärten fotografieren und abbilden, soweit sie vom öffentlichen Raum her einsehbar sind.

      Nicht erlaubt ist die Verbreitung von Fotos, die etwa vom Autodach aus über eine Hecke oder per Teleobjektiv durchs Fenster in den Innenraum geschossen wurden. Nicht „bleibend“ sind solche geschützten Werke, die etwa bei der Dokumenta in Kassel öffentlich auf Plätzen ausgestellt sind.

      Auch die Verpackung des Reichstagsgebäudes durch den Künstler Christo war kein bleibendes Werk. Daraus, dass der Reichstag an sich von außen fotografiert werden darf, durfte ein Postkartenhersteller nicht ableiten, dass er auch Postkarten der kurzfristig installierten äußeren Hülle des Reichstags verkaufen durfte – dem standen Urheberrechte des Künstlers entgegen.

      Nicht bleibende Kunstwerke dürfen erlaubnisfrei nur für private Zwecke oder von der Presse für die Berichterstattung fotografiert werden.

      Tipp 6: Wenn Sie einzelne Personen fotografieren, holen Sie deren Erlaubnis ein

      Bleibt die Frage, wie es mit Personenfotos aussieht. Dürfen Sie ein Werbefoto veröffentlichen, auf dem einer Ihrer Kunden Ihrem Mitarbeiter die Hand schüttelt? Oder kann der Kunde sich dagegen wehren? Und wie sieht es mit Gruppenaufnahmen aus, z. B. einem Foto Ihres gut besuchten Messestands?

      Erlaubnis zu fotografierenDiese Fälle regeln die §§ 21 ff. des ansonsten aufgehobenen Kunsturhebergesetzes (KunstUrhG). Grundsätzlich brauchen Sie die Erlaubnis der Person, deren Foto Sie in Ihrer Werbung oder zusammen mit einer Pressemitteilung verbreiten wollen.

      Holen Sie die möglichst schriftlich ein („Ich bin damit einverstanden, dass mein Foto von der Firma xy zu Werbezwecken und in der Presse veröffentlicht wird.“). Sie müssen kein Honorar zahlen. Nimmt die Person aber von Ihnen Geld an, gilt dadurch im Zweifel auch die Einwilligung zur Verwendung des Fotos als erteilt.

      Ausnahmsweise brauchen Sie aber keine Einwilligung, wenn Sie Fotos von Personen verbreiten, die

      * in der Öffentlichkeit stehen (Prominente),
      * an einer Versammlung/Veranstaltung teilnehmen (Gruppenfoto, z. B. von mindestens 3 Kunden am Messestand) oder
      * nur als „Beiwerk“ das Hauptmotiv schmücken (z. B. Ihr Firmengebäude, im Hintergrund Passanten).

      Das gilt aber nur, wenn der Schwerpunkt des Fotos auf der Darstellung des Hauptmotivs/Geschehens liegt, nicht auf den Personen. Auch dürfen Sie das „allgemeine Persönlichkeitsrecht“ nicht verletzen. Ist eine Person z. B. in einer peinlichen Situation abgelichtet oder wurde ihr Aussehen digital verändert, steht das der Verbreitung des Fotos ohne ihre Erlaubnis entgegen.

      Viel Spaß beim Bebildern Ihrer Webseite!

      Quelle: Handbuch für Selbstständige und Unternehmer (Hrsg.: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG)



      Ich hoffe das ich euch hiermit ein wenig weiter geholfen habe.
      Liebe Grüße
      Wiltrud
    • Was mich mal intressieren wuerde waere wie es bei mir aussieht hier im forum. Fuer mich gelten Norwegische gesetze und danach verhalte ich mich erstmal. Wenn ich aber von hier aus aus gutem glauben nach hiesiegem recht was in einem Østereichischen forum poste das einen Deutschen betreiber hat, was zaehlt dann ? Ich bin ja als Norweger nicht in der EU .
      ...aber ich versichere Ihnen, das am Ende alles wird gut laufen..... ;)

      Lg Dirk
    • Du musst dich an die Rechte halten die in dem Land der Community gültig sind, also die von Österreich. Da die deutschen und österreichischen Rechte meistens identisch sind wären es in dem Fall die deutsch-österreichischen Rechte.
      Das ist wie bei den Verkehrsrechten, wenn du in Deutschland Auto fährst musst du ja auch die deutschen Verkehrsrechte beachten.
      Liebe Grüße
      Wiltrud